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Geyser-Phänomen

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Synonyme

Akromioklavikularer Pseudotumor

Englischer Begriff

Geyser phenomenon

Definition

Radiologischer Begriff (engl.: geyser = Durchlauferhitzer) in der Schulterdiagnostik für einen mit Erguss gefüllten Kanal zwischen Humeroglenoidal- und Akromioklavikulargelenk.

Vorkommen

Meist bei älteren Patienten, bei einem Drittel der Fälle mit Kalziumpyrophosphat-Depositionskrankheit (Chondrokalzinose) assoziiert.

Diagnostik

Ursprünglich bei der Schulterarthrographie (zur Beschreibung des Kontrastmittelübertritts aus dem Humeroglenoidalgelenk in die Bursa subacromialis und Bursa subdeltoidea) in Verwendung, heute auch bei Ultraschall und Magnetresonanztomographie. Ergussflüssigkeit kann sich weiter subakromial und im Falle einer Kapselruptur in das Akromioklavikulargelenk (siehe Akromioklavikulargelenk) mit Auswölbung der Kapsel bzw. in Form eines superfiziellen Ganglions entwickeln. Ursächlich ist neben einer Sehnenruptur eine mit einem Hochstand des Humeruskopfs einhergehende friktionsbedingte Kapselruptur des Akromioklavikulargelenks mit oder ohne subakromialem Osteophyten vorhanden.

Differenzialdiagnose

Klinisch können derartige Veränderungen als supraklavikulärer Pseudotumor imponieren.

Therapie

Symptomatisch bei raumfordernden Effekten Punktion, gegebenenfalls sonographisch gezielt. Die kausale Therapie erfordert neben einer Zystenresektion, um Rezidive zu vermeiden, einen komplexen Ansatz mit Sanierung des Humeroglenoidalgelenks.

Autor

Franz Kainberger

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