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Leibbinde

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Synonyme

Lumbalbandage; Pelottenbandage; Lenden-Kreuz-Stützbandage

Englischer Begriff

Lumbar belt

Definition

Konfektionierte oder maßgefertigte Rumpfbandage aus elastischen Textilien mit Verstärkungen durch Federstahlstäbe, Kunststoffeinlagen und/oder Pelotten. Die Fixierung erfolgt durch Klettverschlüsse, verstellbare Gurte oder elastische Schnürungen.

Indikation

Haltungsinsuffizienz, lumbales Facettensyndrom, Adipositas mit lumbaler Hyperlordose, Insuffizienz der Bauchmuskulatur, chronische Bandscheibenschäden, degenerative Spinalkanalstenose.

Kontraindikation

Schwere respiratorische Insuffizienz. Akute Wirbelsäulenerkrankungen mit radikulärer Symptomatik und neurologischen Ausfällen (zunächst weitere Diagnostik und gegebenenfalls operative Therapie vordringlich).

Durchführung

Die Bandage sollte im Bereich der Lendenwirbelsäule sitzen und die Beckenkämme sowie die Spinae superiores umfassen. Zu schmale Leibbinden schnüren ein und neigen dazu, sich an den Rändern aufzurollen. Zu breite Bandagen stören beim Sitzen, komprimieren die Leistenregion oder stoßen an die Rippenbögen. Eine zu feste Fixierung behindert die Bauchatmung; sitzt die Binde zu locker, hat sie nur einen wärmenden Effekt. Ziel ist es, durch Kompression des Abdomens den Körperschwerpunkt der Lendenwirbelsäule anzunähern, die Lenden- und Brustwirbelsäule aufzurichten und die lumbalen Facettengelenke zu entlasten. Eine Muskelatrophie ist durch die Anwendung nicht zu erwarten, da keine Muskelarbeit übernommen bzw. kein Muskel behindert wird.

Nachbehandlung

Regelmäßige Kontrolle auf Druckstellen und Verschleiß.

Autor

Rolf Haaker, Michael Kamp

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