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Gehhilfen und Stehhilfen

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Synonyme

Gehstock; Unterarmgehstützen; Gehwagen; Rollator

Englischer Begriff

Walking and standing orthosis

Definition

Höhenverstellbare, einzeln oder paarweise zu verwendende Hilfsmittel aus Leichtmetall, Kunststoff und/oder Carbonfiber mit Gummistoppern oder Rädern zur partiellen oder vollständigen Entlastung der unteren Extremität oder zur Unterstützung des Gleichgewichtssinns.

Siehe auch Laufhilfen und Rollgehhilfe.

Indikation

Bei temporärer oder dauernder, partieller oder kompletter Belastungseinschränkung der unteren Extremitäten oder bei Gleichgewichtsstörungen. Ursachen: posttraumatisch, postoperativ, bei degenerativen, entzündlichen, neurologischen, internistischen und neoplastischen Erkrankungen, bei angeborenen Defekten, Deformationen oder Funktionsstörungen.

Voraussetzung für die Anwendung: gute Muskelkraft der oberen Extremitäten, ausreichendes Koordinationsvermögen.

Kontraindikation

Funktionseinschränkungen der oberen Extremitäten, die eine sichere Verwendung der Gehhilfen ausschließen.

Durchführung

Formen: Fritzstock (Hand-) mit anatomischem Handgriff, Unterarmgehstützen, Arthritisgehstützen, Achselstützen, Vierpunktgehstütze, Gehbock, Gehgestell bzw. Gehwagen, Rollator.

Unverzichtbar ist die individuelle Einstellung der Hilfsmittel und die Einweisung in den Gebrauch. Je nach individuellen Voraussetzungen sollte zusätzlich eine Mobilisierung und Gangschulung unter physiotherapeutischer Anleitung erfolgen. Im Rahmen der Rekonvaleszenz müssen die Gehhilfen an die Fortschritte des Patienten angepasst werden (Änderung des Gebrauchs, Wechsel oder Absetzen). Komplikationen: Schulter- und Handgelenkschmerzen, Ulnarisdrucksyndrom in der Loge de Gyon.

Nachbehandlung

Regelmäßige Sicherheitskontrollen (Verschleißteile wie Gummistopper, Bremsen, Handgriffe etc.), Überprüfung der Indikation.

Autor

Rolf Haaker, Michael Kamp

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