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Galvanische Bäder

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Synonyme

Stanger-Bad; Zweizellenbad; Hydroelektrische Bäder; Galvanisation; Gleichstromtherapie

Definition

Galvanische Bäder gehören unter den elektrotherapeutischen Verfahren zur Gruppe der hydroelektrischen Gleichstromanwendungen, bei denen durch großflächige Elektroden Gleichstrom in einem Wasserbad erzeugt wird.

Die Begriffe „Stanger-Bad“ und „Zweizellenbad“ sind eigentlich spezielle Abwandlungen der galvanischen Bäder, und der Begriff „Gleichstromtherapie“ ist der Oberbegriff, unter den die galvanischen Bäder einsortiert werden.

Indikation

Bei Gleichstromanwendungen steht allgemein der analgetische Effekt im Vordergrund, Aktionspotentiale lassen sich mit Gleichstrom nicht auslösen. Vorteil der Bäder ist die Möglichkeit der großflächigen Anwendung. Somit liegt der Indikationsbereich für galvanische Bäder in der Behandlung ausgedehnter Schmerzzustände wie Ischialgien, Brachialgien, Fibromyalgien und Rückenschmerzen.

Kontraindikation

Patienten mit Herzschrittmacher dürfen nicht in galvanischen Bädern behandelt werden. Ulzerationen der Haut, offene Wunden oder entzündliche und infektiöse Hautveränderungen schließen hydroelektrische Anwendungen ebenfalls aus.

Durchführung

Bei der Galvanisation wird ein Gleichstrom angelegt, der zu einer analgetischen Wirkung in größeren Körperbereichen führt. Bei der Durchführung galvanischer Bäder wird in mit Wasser gefüllten Badewannen durch großflächige Elektroden ein elektrisches Feld erzeugt. Bei so genannten „Stanger-Bädern“ wird der gesamte Körper des Patienten einem Vollbad ausgesetzt, wobei die so genannte „absteigende Form“ der Galvanisation mit kranial liegender Anode und kaudal liegender Kathode bevorzugt wird. Bei „Zweizellenbädern“ können beispielsweise die oberen Extremitäten in kleinere Wannen eingetaucht werden, wobei wiederum eine „absteigende Anwendung“ durchgeführt wird: Platzierung der Anode an der Halswirbelsäule und Platzierung der Kathoden in den Becken, in denen die Arme ruhen.

Nachbehandlung

Galvanische Bäder sollten wie alle elektrotherapeutischen Verfahren in ein vollständiges Therapieprogramm eingebettet sein, welches physiotherapeutische und medikamentöse Maßnahmen einschließt.

Autor

Nils Hailer

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