Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

Fibromyalgiesyndrom

drucken  PDF 

Synonyme

Generalisierte Tendomyopathie; Fibromyalgisches Syndrom; Fibrositissyndrom; Weichteilrheumatismus; Chronisches regionales Schmerzsyndrom

Englischer Begriff

Fibromyalgia

Definition

Erkrankung aus dem weichteilrheumatischen Formenkreis mit chronischen generalisierten Schmerzen im Bereich der Muskulatur, des Bindegewebes und den Muskelsehnenansätzen an den Knochen. Oft kombiniertes Auftreten mit starken psychischen Belastungen (beispielsweise nach Beendigung einer Pflegesituation in der Familie etc.). Schmerzverstärkung durch Kälte, Stress, körperliche Überlastungen, teilweise aber auch Ruhe. Üblicherweise Besserung durch Wärme und mäßige Aktivität. Häufig kombiniert mit Morgensteifigkeit, peripheren Parästhesien, subjektiven Schwellungen der Hände ohne objektiven Befund, allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen. Auch häufig vegetative Symptome wie Reizkolon.

Vorkommen

Unter rheumatologischen Patienten 4–20 %, 80 % der Patienten sind Frauen. Typisches Manifestationsalter 20–50 Jahre.

Diagnostik

Nach den Kriterien des American College of Rheumatology Schmerzen an mindestens drei Regionen seit wenigstens drei Monaten. Mindestens sieben von vierzehn typischen so genannten Tenderpoints druckschmerzhaft (bei definiertem Druck: laterales Drittel des Schlüsselbeins, Mitte des dorsalen Unterarms, volares Radiokarpalgelenk, Daumenballen, Daumennagel, dorsales Zeigefingergrundglied, Tuber calcanei); Laborparameter üblicherweise unauffällig. Keine röntgenologischen Veränderungen.

Differenzialdiagnose

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises im Frühstadium.

Therapie

Meist gutes Ansprechen auf Wärmeanwendungen und passive Therapien, sehr gutes Ansprechen auch auf Ganzkörperkältetherapie. Langfristig sinnvoll Verhaltensänderung (Entspannung, Schlaf, Bewegung), Haltungsschulung, Muskel- und Kreislauftraining, aktivierende Behandlung. Medikamentös haben sich auch Antidepressiva (z. B. Amitriptylin) bewährt.

Nachsorge

Längerfristige Verhaltensänderung. Prognose: Häufig spontane Besserung im Alter.

Autor

Bernhard Greitemann

Anzeige

Anzeige

© Springer 2016
Powered by kb-soft